Übersicht Geschichte der Zeitmessung Entwicklung der Räderuhren
Die Temporalstunde Pendel & Eierlein Die Uhrmacher
WICHTIGE ERFINDUNGEN Moderne Zeitmessung Literaturhinweise


Weitere wichtige Erfindungen in chronologischer Folge:

Seit dem 15. Jhdt. bis zum ausgehenden 19. Jhdt. wird die Zugfeder als Antriebsorgan verwendet. Sie ist eingeschlossen in einer Trommel und ihre Kraft wird mittels Seil oder Darmsaite, später eine feingliedrige Kette, auf das Antriebsrad übertragen. Nachteil dabei ist, daß die Zugfeder in aufgezogenem Zustand sehr stark, im fast abgelaufenen zu schwach und nur im mittleren Bereich verwendbar ist. Also Verwendete man auf dem Antriebsrad eine schneckenförmige Walze. Sie gleicht diese Nachteile aus. Im aufgezogenen Zustand liegt das Seil, oder die Kette auf dem kleinsten Durchmesser der Schnecke und im Abgelaufenen Zustand auf dem größten Durchmesser. Somit haben wir theoretisch überall die gleiche Kraft. Die Uhr wird leichter regulierbar und somit präziser.



Schnecke

Eine Schnecke mit Kette eines Schiffschronometers.



1680 erfindet der Engländer Hooke eine rückfallende Hemmung, die der Uhrmacher William Clement technisch ausführt. Eine Hemmung die heute noch in einfachen Großuhren Verwendung findet.

1704 beherrscht der Engländer Fatio die Fähigkeit kleine runde Edelsteine gleichmäßig zu bohren. Die Geburtsstunde der Uhrsteine. In tragbaren Uhren werden nun die Achsen der Räder in Stein gelagert, eine fundamentale Verbesserung der Präzision. Die Engländer verstanden es annähernd 100 Jahre diese Erfindung geheim zu halten.

1715 konstruiert der berühmte englische Uhrmacher George Graham die rückfallende Hemmung zur ruhenden Hemmung um. Die nach ihm benannte "Graham - Hemmung". Diese "Graham-Hemmung" wird heute in jeder guten Großuhr, ob Wand- oder Standuhr eingebaut.

1725 verbessert George Graham die von Thomas Tompion erfundene Zylinderhemmung und macht sie für die Serienherstellung brauchbar. Diese Hemmung wird bis 1920 in großen Stückzahlen gebaut. Die Pendel von Tisch-, Wand- und Standuhren hatte alle einen großen Nachteil. Bei Temperaturänderungen veränderten sie durch den Ausdehnungskoefizienten ihre Länge. Dadurch ergaben sich große Gangdifferenzen.

1719 baut George Graham das erste Quecksilber-Kompensionspendel

1721 baut er ein Rostkompensationspendel. Diese Pendel glichen die durch Temperaturänderungen bedingten Längenveränderungen aus. Die Ganggenauigkeit der Uhren wurde auf Minutendifferenzen verbessert.

1730 erfindet der Engländer Thomas Mudge den freien Ankergang. Dieser wurde in Folge stets verbessert, besonders in der Schweiz. Die Hemmung erhielt dann den Namen "freier Schweizer Kolbenzahn Ankergang". Er wird heute noch in jeder mechanischen Armband- und Taschenuhr verwendet.

1751 Konstruiert der Franzose Le Plat in Paris eine Uhr, die durch Luftdruckänderungen aufgezogen wird.

1761 gewinnt der Engländer John Harrison den 1741 vom englischen Parlament ausgesetzten Preis von 20.000 Pfund, für ein Seechronometer. Dieses Chronometer, H.4 genannt, erreichte auf stürmischer See nach Jamaika und zurück in vier Monaten die Genauigkeit von 5,1 Sekunden Abweichung.



Ziffernblatt des H4

Ziffernblattansicht des H4


Rückseite des H4

Die Rückseite des H4



1770 Konstruktion einer Uhr, welche von der Bewegung des Trägers aufgezogen wird. Die erste Uhr mit "automatischem Aufzug".

1781 Der Engländer Earnshaw entwickelt nach einer Idee seines Landsmannes Arnold eine freie Chronometer-Hemmung. Für den Technik interessierten unter Ihnen, der Ausdruck "frei" bei der Anker- wie auch Chronometer-Hemmung besagt, daß die Unruhe frei, ohne Kontakt mit den übrigen Hemmungsteilen im Ergänzungsbereich ihrer Amplitude schwingt.

1800 Der berühmte französische Uhrmacher Abraham Louis Breguet verbessert die Präzision der Taschenuhren grundlegend und führt Komplikationen von Schlagwerk bis ewigem Kalender, Stoppmechanismen und Anzeige der verbleibenden Federkraft ein.



Breguet

Taschenuhr von Breguet
Um 1794. Das guillochierte silberne Zifferblatt hat römische Ziffern, eine kleine Sekunde, einen Kreisausschnitt für die Gangreserve und ein kleines Fenster für die Mondphase.



1801 erfindet der begnadete Meister Breguet das Tourbillon und meldet es am 14.04.1801 in Paris zum Patent an. Durch das Tourbillon werden alle Schwerpunktfehler des Schwingungssystems gegeneinander aufgehoben. Das gesamte Schwingungssystem Unruhe, Anker und Ankerrad sind in einem Drehgestell montiert, daß sich einmal in der Minute um das Sekundenrad dreht.



Tourbillon

Abbildung eines Tourbillon eingebaut in einen Taschenchronometer von 1809.

Signiert Breguet Nr. 1176.



1839 baut Steinheil in München die erste, von einer Mutteruhr gesteuerte elektrische Uhranlage.

1842 konstruiert Adrien Phillippe den ersten Kronenaufzug für Taschenuhren. Bis dahin wurden alle Taschenuhren per Schlüssel aufgezogen und die Uhrzeit wurde damit eingestellt.

1845 gründet der Uhrmachermeister Adolf Lange in Glashütte/Sachsen seine erste Präzisionsuhren-Fabrik.

1865 begründet Erhard Junghans in Schramberg eine Uhrenfabrik. Die moderne Uhrenfabrikation im großen Stil beginnt im Schwarzwald. Junghans baut mit großem Erfolg seine Hamburg-Amerika Uhren.

Bis 1893 hatten fast alle Länder, Kleinstaaten und sogar Städte ihre eigene Uhrzeit. Dieses wurde nach England und Frankreich, in Deutschland 1893 per Gesetz geregelt. Einführung der MEZ. Greenwich Zeit, 15 Grad östlich von Greenwich. Diese Uhrzeit MEZ ist eine Stunde früher als Greenwich. Zur Erklärung sei gesagt, Greenwich ist ein kleiner Vorort von London. Durch Greenwich geht der Nullmeridian.


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